WE LOVE HOUSE

19 Mai, 2009

Wir trafen uns in einem Garten … nicht ganz so romantisch wie der 2raumwohnung Titel gestaltet sich der Alltag von Redakteuren und Veranstaltern, doch bei der Zusammenkunft spürt man die Anspannung, die Pfingstsonntag mit der letzten Platte erst wegfallen wird. Zum Jubiläum führten wir ein ausführliches Interview mit den Gründern der We Love House Erfolgsgeschichte, das zwischen Vorfreude und bevorstehender Aufbruchstimmung sich ebenso viel Zeit zum Zurückblicken nehmen konnte.

(ein-Dortmund) 2 Jahre We Love House – das sind zwei Jahre zwischen Unikum und Lindenbrauerei in Kreis Unna. Inwiefern ist der ständige Locationwechsel essentiell für das Konzept der Eventreihe, während das allseits geläufige Residency-Modell der meisten Reihen noch immer an der Tagesordnung steht?

(We Love House) Man kann den Locationwechsel nicht als grundlegende Essenz des WLH-Konzepts sehen. Es war alles eine langsame Entstehung. Wir fingen eher klein im Unikum an und haben gemerkt, dass großes Interesse besteht. Nach ein paar erfolgreichen Veranstaltungen brauchten wir aber was größeres und wollten generell von dem “Kneipen-Stil” weg. Die Lindenbrauerei erfüllte schnell all unsere Anforderungen. Man kann dort professionell arbeiten und die gegebenen Möglichkeiten sind sehr vielfältig.

Wir fühlen uns dort sehr wohl und sehen es als unsere neue Homebase an. Wir sind froh ein Konzept entworfen zu haben, das wir auf so gut wie jede Location anwenden können, ohne dabei das Wesentliche außer Acht zu lassen. Solch ein Wechsel gibt der Veranstaltung doch immer einen zusätzlichen Reiz.

Mit der Entstehung im Jahr 2007 verbindet der elektronisch versierte Clubgänger weniger House als viel mehr Electro über Minilectro hin zu Minimal. Auch wenn andere Veranstalter noch häufig mit House werben, wo bei reiflicher Überlegung nicht mehr viel House drin steckt: wie kann man den Namen We Love House Ende dieses Jahrzehnts begründen?

 

Wir haben den Namen damals gewählt, weil wir etwas einfaches und eingängiges brauchten, mit dem sich jeder Clubgänger/Gast identifizieren kann und wollten nicht irgendeinen gezwungen kreativen Namen mit großer ausgedachten Geschichte. Das Wesentliche benennen und alles andere mit der Zeit entstehen lassen, das war der Plan. Schließlich ist es die Liebe zur Musik, auf der einfach alles basiert und aus der sich alles entwickelt. Die Interpretation der im Namen eingebauten Stilrichtung ist jedem selbst überlassen. Wir stehen dem Begriff “House” sehr offen gegenüber. In Stilrichtungen wie “Electro-House”, “Tech-House”, “Minimal-House” oder “Deep-House” steckt ja überall eine Portion House drin. Da das alles Styles sind die wir lieben und anbieten, empfinden wir den Namen immer noch als legitim. Auch wenn der Name beim ersten Hören sehr kommerziell und nach Großraumdisko klingt: Besucher, die vor Ort sind, versuchen wir vom Gegenteil zu überzeugen.

 

Eure Bookings bilden ein breites Spektrum für die Geburtstagsfeier ab, allen voran Butch setzt eure Kooperation mit Great Stuff fort und etabliert sich mehr und mehr als feste Größe zwischen Deep und Minimal. Für eine Kleinstadt nicht ein üblicher Name, der jedem potentiellen Kunden derzeit geläufig ist, ebenso wie dies Vincent Thomas bei eurer letzten Auflage noch war. Was treibt an, solche Künstler in die Kleinstadt zu buchen?

Unsere Veranstaltung basiert auf der Liebe zur elektronischen Musik. Daher ist es wohl selbsterklärend dass unser größtes Streben das nach einer hohen und gleichzeitig aktuellen musikalischen Qualität ist. Hierbei versuchen wir uns nach aktuellen Entwicklungen der Musik und Szene zu richten und entscheiden nicht bloß nach guter Vermarktung oder großer allgemeiner Bekanntheit. Wir möchten die Glaubwürdigkeit der Szene behalten und neu gewinnen, um nicht als eine der vielen kommerziellen und lieblosen Partys abgetan werden. Genau darum ist es uns wichtig Künstler zu engagieren, die zum einen guten musikalischen Geschmack haben und zum anderen nicht schon jeden Club in der Region bespielt haben. Wir möchten den Leuten in Unna etwas bieten, was sie vielleicht noch gar nicht kennen, das macht es doch gerade interessant!

Die wahrscheinlich aufwendigste Dekoration, die innerhalb der Lindenbrauerei jemals eingesetzt wurde, dazu zwei Floors mit jeweils fünf Acts inklusive hochkarätigen Headlinern. Trotzdem wundern sich Interessenten über den Eintrittspreis von 10 €, der im Vergleich zu dem verbundenen Aufwand und der gebotenen Qualität viele Veranstaltungen in Dortmund in den Schatten stellt. Woran kann es liegen, dass Gäste kein Problem damit haben, 5 € für reguläre Parties ohne jeglichen Aufwand und wenig Anspruch zu bezahlen und mehr als 20 € an der Bar zu lassen, dann aber bei außergewöhnlichen Events Rechtfertigung für jeden zusätzlichen Euro Eintritt brauchen?

Wir sehen es so: Die wenigen Leute die aufschreien, sind meistens diejenigen, die sich nicht wirklich mit der Szene beschäftigen, selten auf vergleichbare Veranstaltungen gehen oder es einfach nicht gewohnt sind mehr als 5€ irgendwo in Unna zu bezahlen. Wir verstehen das Denken dieser Leute und können es in gewisser Weise nachvollziehen. Wir denken aber auch, dass diese Leute den verlangten Preis nachvollziehen könnten und letztendlich für gerechtfertigt halten würden, wenn sie sich etwas eingehender mit dem Thema beschäftigen würden. Jeder, der nachts im Club-Bereich unterwegs ist, wird sich nicht über den Eintrittspreis wundern und wenn, dann nicht weil er zu hoch erscheint. Wenn wir ehrlich sind: für eine solche Party, wie jetzt zum Geburtstag, in dieser Größe und Umfang, hätten wir eigentlich noch 1-2€ auf den jetzigen Eintrittspreis draufschlagen müssen. Wir sehen dieses Event jedoch auch als ein Dankeschön an alle treuen Gäste und haben uns deshalb für die “weniger-verdienen”-Variante entschieden. Daher ist es uns immer etwas unverständlich, wenn die Leute einen dennoch vor den Kopf stoßen, was bei der 2-Jahres-Party aber weitestgehend aus bleibt.

Dazu kommen die großen Zukunftspläne: ein eigener We Love House Floor auf der Ruhr In Love spricht für sich, hinzu konnte die Garantie gegeben werden, auch in Zukunft bis zu sechs Mal im Jahr zum We Love House Ethos feiern zu können.

Wir wollen uns weiterentwickeln und auf keinen Fall stehen bleiben, denn dann wird es langweilig.

Clubbing
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