Portrait: Herr Lenzmann

10 Nov, 2010

Herr Lenzmann, mit bürgerlichem Namen Basti Lenzmann, ist Dj für elektronische Musik und legt seit mehr als acht Jahren in regionalen und überregionalen Clubs auf.
Für unser Online-Magazin gab er uns einen Einblick in seinen Werdegang und über die Clubszene in Dortmund.

Auf alten Flyern findet man dich als Buzz-T Bang, jetzt liest man nur noch von Lenzmann. Wie kam es zur Namensänderung und welche Idee steckt dahinter?

Das kam mit dem Wechsel des Styles zustande. Früher habe ich eher kommerzielleren Sound gespielt. “Lenzmann” steht für technoiden und treibenden Sound.

Wie bist du zur elektronischen Musik gekommen? Deine erste Berührung mit dieser Richtung?

Dazu gekommen bin ich eher auf Umwegen, da ich in früherer Jugend eher rockig unterwegs war. Ein paar  Freunde haben mich damals mit auf eine Party  genommen….ich war richtig geflasht von den Leuten, wie sie abgingen, dem Sound. Und natürlich von den Skills des dj´s – der hat die Bude richtig auseinander genommen!

Dein erstes Mal hinter den Tellern fand wo statt? Kannst du dich noch an deine erste Scheibe erinnern?

Na klar kann ich mich noch daran erinnern. Das war in der Suite023 und die erste Scheibe war glaube ich  – „ the Housekeepers – Go Down“

Alle sprechen davon, dass House ausgeschlachtet wurde und nur noch kommerziell betrieben wird. Der „wahre“ Weg würde wieder etwas härter werden und minimalistischer. Deine Meinung?

Natürlich wurde das Genre ausgeschlachtet. Alles was in den Top 100 zu finden war, wurde auch als Housetrack released, leider zum größten Teil sehr schlecht. Sicherlich waren auch ein paar coole Mixe dabei, aber das war eher die Seltenheit.

Der „wahre“ Weg?  Ich sage es mal so: Es ist spannender für den Partygast im Club auf eine Reise mit fesselndem, treibenden Techno oder Housetunes zu gehen, als die Playlist von 1live zum x-ten Mal zu hören. Und natürlich wird es wieder härter, der Winter steht ja vor der Tür ;-)
Das ist auch der Grund, warum in meinen Sets auch mal eher unbekannte Tracks zu finden sind, das macht sie dadurch aber auch stückweit einzigartiger

Die Dortmunder Szene hat mit durch den  Verlust des Thiergeländes ordentlich geblutet. Welche Clubs sind für Dich, die top drei in Dortmund und Warum?

Ja, das stimmt leider. Die Top 3 Clubs,  ich würde meinen perfekten  Abend so aufbauen:
1.Purple: Super Location, gute Stimmung, Sounds passen zum Warm-up!
2.Royal Bambi: zur Zeit die besten Bookings in Dortmund oder Zyan Club, auch coole Bookings und eine sehr drückende Anlage und Deko.
3.Zum Abschluss dann noch in Dortmunds Absoluten Club: richtig dreckiger Techno-Sound bis sonntagmittags, was will man mehr! ;-)

Du bist sehr engagiert für das Projekt CusCus, welches zur Zeit durch Deutschland tourt? Welche Aufgaben hast Du dort?

Da wir jetzt den Tourstop haben, werden wir die Aufgaben in der Pause neu besprechen. Bis dato habe ich geholfen, wo ich konnte und natürlich selbst aufgelegt . In Zukunft werde  ich mich wohl um Radio und eventuelle  TV-Auftritte der CusCus- Residents kümmern.

Viele Djs nutzen ihre Kontakte um selbst Veranstaltungen auf den Markt zu bringen, hast du bereits auch mit dem Gedanken gespielt oder konzentrierst Du dich zu 100% auf das Auflegen?

Ich konzentriere mich im Moment  eigentlich nur aufs Auflegen und Produzieren!  Eine eigene Party ist auch in Planung, aber noch nicht spruchreif. Sobald das der Fall ist, wird eD natürlich informiert!

Mittlerweile ist deine erste Produktion auf dem Markt, möchtest Du diesen Weg weitergehen und welche Richtung wirst du dabei verfolgen?

Natürlich werde ich weiterhin versuchen meine Tracks bei den Labels zu vermarkten. Mein aktueller Track „Bush Beetle“ verkauft sich ganz gut auf Big Mamas House Rec. Mein nächster Track „Same Trip“ ist schon fertig,  ich warte nur noch auf ein paar Remixe aus Mexico und Brasilien. Anfang des Jahres wird sie dann zum Verkauf stehen. Vom Sound her wird es etwas technoider, aber auf jedenfall tanzbar!

Herr Lenzmann, tätowiert, Fan vom Kietzclub St. Pauli und sonntagmorgens auf der Afterhour zu finden ,aber dennoch liebevoller Vater. Wie bekommt man diese Lebensart unter einen Hut?

Naja, da muss man halt Prioritäten setzen, ich nehme mir z.B. einen Abend am Wochenende frei für meinen Sohn, genauso unter der Woche, da haben wir unsere Tage, wo wir uns sehen und dann bleibt das Handy halt mal aus, dass ich auch Zeit nur mit dem Kurzen verbringen kann. Der andere Tag am Wochenende wird dann halt zum Auflegen genutzt, nicht immer mit Afterhour, man wird ja auch nicht jünger!
Fußball bleibt im Moment leider etwas auf der Strecke, aber wenn der magische FC Sankt Pauli in der Nähe spielt, versuche ich schon noch mal hinzufahren!
Dafür habe ich gerade wieder angenfangen mich tätowieren zulassen. Der Arm ist fast fertig, an der Stelle lieben Gruß an das Team von Colors World in Holzwickede!

Abschließende Frage: Was ist Dortmund für Dich?

Mein Wohnzimmer ;-)

Clubbing
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